Services & Wissen / Wissen
Wissen
Fragen aus der Praxis.
Welche Isolierflanschverbindung passt zu welcher Anwendung? Was ist bei der Montage zu beachten? Wie unterscheiden sich HP2 und HQ2 in der Praxis? Und was bedeutet KKS-Schutz konkret für meine Anlage?
In unserem Wissensbereich sammeln wir die Fragen, die uns Betreiber, Planer und Monteure am häufigsten stellen – und beantworten sie klar und fachlich präzise. Ergänzt durch Artikel und Fachbeiträge, die tiefer in die Themen einsteigen: Regelwerke, Werkstoffeignung, Prüfverfahren, H₂-Tauglichkeit und mehr.
Themenbereich
Was ist der Unterschied einer Blockflanschverbindung von ISOFLANGES im Vergleich zu herkömmlichen Flanschen?
HP2 von ISOflanges ist als hochbelastbare Blockflanschverbindung konstruiert. Ausgleichsringe und Dichtungen sitzen in präzisen Nuten und bilden eine hohlraumfreie Einheit.
Im Unterschied zu vielen herkömmlichen Isolierflanschen, bei denen Dicht- und Isolierelemente oft nur aufliegen oder punktuell angreifen, arbeitet HP2 als geschlossene Blockkonstruktion. Diese Bauweise ermöglicht es, höhere Druck‑, Scher‑, Biege‑ und Torsionskräfte aufzunehmen als konventionelle Isolierflanschverbindungen.
Für den Betrieb bedeutet das: Die Trennstelle ist auf maximale Dichtheit und mechanische Stabilität ausgelegt und reduziert Prüf‑ und Wartungsaufwände auf ein Minimum.
Warum setzt ISOFLANGES bei den meisten Produkten auf vollflächige Schraubenauflage statt Isolier‑U‑Scheiben?
Statt punktuell wirkender Isolier‑U‑Scheiben nutzt ISOFLANGES Isolierringe mit durchgehender Auflagefläche über den gesamten Flanschdurchmesser. So verteilt sich das Schraubenanzugsmoment auf eine wesentlich größere Fläche.
Das ermöglicht höhere Anziehmomente, eine verformungsfreie Verbindung und – konstruktiv vorgesehen – bis zu 100 % Schraubenbolzenauslastung. Ergebnis: Die Verschraubung wird besser ausgenutzt und die Verbindung bleibt auch unter Last stabil und dicht.
Welche Ausführungen des ISOFLANGES Bestsellers HP2 gibt es – und wofür eignen sie sich?
HP2 gibt es in mehreren Varianten, die unterschiedliche Anwendungen abdecken:
- HP2 – Flüssigkeiten und Gase (inkl. H2 und CO2)
Wartungsfreie, druckbeständige Isolation und Korrosionsschutz für flüssige und gasförmige Medien – von Erdgas bis 100 % Wasserstoff und CO2.
- HP2 KKS5 Umrüstsystem
Macht aus bestehenden ASME‑ und DIN‑Flanschverbindungen mit nur 5 mm Baulänge eine regelwerkkonforme, 100 % KKS‑wirksame Isoliertrennstelle – ohne Anpassung der Rohrformteile.
- ISO‑KonneX
Überträgt die HP2‑Technologie auf Klemm‑ und Schneidringverbindungen und ermöglicht elektrische Trennung und KKS‑Konzepte auch bei Verschraubungssystemen.
- HP2 B‑Ausführung (begrenzter Bauraum)
Auf minimale Baulänge optimierte Ausführung mit einseitiger Isolier‑Druckring‑Kombination – für vollwertige Isolierstellen direkt an Armaturen und in engen Einbauräumen.
- HP2 – Trink‑ und Leitungswasser
Spezielle Werkstoffe und Dichtsysteme für dauerhaft dichte, hygienisch sichere und regelwerkskonforme Wasseranwendungen.
- HP2 – aggressive und kritische Flüssigkeiten
Ausführung mit passgenauen Inlinern, die Flansch und Dichtflächen schützen und das Medium sicher durch die Trennstelle führen.
- HP2 HTG (Hochtemperatur)
Für hohe Temperaturen und thermische Dauerbelastung, wenn Standardlösungen in der Dichtheit an ihre Grenzen kommen.
Welchen Vorteil bietet die konische Reduzierung im HP2‑Flansch?
Bei HP2 verkleinert ein Flanschkonus den Querschnitt an der Trennstelle. Dadurch steigt die Fließgeschwindigkeit des Mediums, Ablagerungen werden zuverlässig verhindert und die Trennstelle bleibt langlebiger.
Gerade in kritischen Leitungen – von Fernleitungen bis Trinkwasseranwendungen – reduziert diese konische Führung das Risiko, dass sich Medium an der Isolierstelle absetzt und die Verbindung im Laufe der Zeit belastet.
Was bedeutet der spaltfreie Übergang vom Vorschweißflansch zum Isolierflansch?
Die ISOFLANGES Blockflansche sind so ausgelegt, dass der Übergang vom Vorschweißflansch zum Isolierflansch spaltfrei ausgeführt ist. Es entstehen keine Zwischenräume an der Schnittstelle zwischen Rohr/Vorschweißflansch und Isolierflansch.
In Kombination mit der konischen Reduzierung unterstützt dieser spaltfreie Übergang eine ablagerungsfreie Strömung und trägt dazu bei, dass die Trennstelle über die Lebensdauer der Anlage mechanisch und strömungstechnisch stabil bleibt.
Welche Prüfungen durchlaufen HP2‑Isolierflansche vor der Auslieferung?
HP2‑Isolierflansche werden als komplette Einheit geprüft und gemäß den einschlägigen Regelwerken abgenommen. Dazu gehören unter anderem:
- FertigteilabnahmeDie Verbindung wird als kompletter Isolierflansch geprüft und nach DIN EN 1594, DIN EN 12007‑3, DVGW G 462 / G 463, DVGW GW 24 und TRFL § 9 Abs. 5 Teil 2 abgenommen.
- DichtheitsprüfungenMehrstufige Dichtheitsprüfungen mit Prüfdrucken oberhalb von 1,1 × DP und abgestuften Haltezeiten belegen, dass die Verbindung auch unter Betriebsdruck dauerhaft dicht bleibt.
- FestigkeitsprüfungEin dreifacher Schwell‑Druckversuch zwischen 10 bar und 85 % STP sowie eine anschließende Festigkeitsprüfung mit 1,5 × DP (Haltezeit 30 Minuten, mit entspanntem Wasser) bestätigen die mechanischen Reserven der Verbindung.
- HochspannungsprüfungEine Hochspannungsprüfung mit 5.000 V / 50 Hz über 1 Minute und einem Grenzwert von 10 mA stellt die elektrische Isolationsfestigkeit sicher.
- GleichspannungsprüfungEine Isolationswiderstandsmessung mit 500 V Gleichspannung und einem Mindestgrenzwert von 0,1 MΩ belegt die sichere elektrische Trennung.
Welche Dokumentation erhalten Betreiber beim Erwerb von Isolierflanschen?
Jede HP2‑Isolierflanschverbindung wird mit definierten Prüfungen und vollständiger Projektdokumentation ausgeliefert. Die Verbindung ist als Fertigteil abgenommen, mechanisch und elektrisch geprüft und mit allen notwendigen Nachweisen hinterlegt. So werden Trennstellen zu transparenten, jederzeit nachweisbaren Sicherheitspunkten einer Anlage.
Zur Dokumentation gehören insbesondere:
- Abnahmeprüfzeugnis APZ 3.1 nach DIN EN 10204
- Konformitätserklärung und CE‑Kennzeichnung gemäß DGRL 2014/68/EU (Modul H)
- Unterlagen zur Fertigteilabnahme
Die verwendeten Materialien werden nach DIN 30690 und AD 2000 ausgelegt; das erforderliche Anziehdrehmoment wird auf dem Typenschild ausgewiesen. Die erzielten Dichtheitswerte entsprechen mindestens den Anforderungen der TA Luft und sind damit für Prüf‑ und Abnahmebehörden klar nachvollziehbar.